Der März wird wohl immer der Monat sein mit überraschend viel Lektüre bei überraschend vielen Terminen (Buchmesse! Indiebookday! Lesungen! Vertreter:innensitzung! Kinobesuche!). Und nein, das Drachensexbuch habe ich immer noch nicht beendet, wenn das so weitergeht, nehm ich das Buch einfach mit ins Dicke-Bücher-Camp. Zuvor hoffe ich aber auf einen etwas entspannteren April, in dem die Leselust wieder gleichmäßiger zurückkehrt.
Im März habe ich diese sieben Bücher gelesen:
»Der andere Zoo. Ein Alphabet« von Edward Gorey. Aus dem Englischen von Clemens J. Setz.
Ein kleines nettes Büchlein mit wunderlichen, alphabetisch sortierten Tieren. Hat sich Herr Gatsby beim Indiebookday gekauft und mir am nächsten Tag vorgelesen, deswegen darf es selbstverständlich auch auf dieser Liste stehen.
»Nerd Girl Magic« von Simoné Goldschmidt-Lechner.
Eines der Bücher, die ich mir zum Indiebookday gekauft habe (den kompletten Stapel kann man bei Instagram bewundern). Ich bin sehr angetan von dieser Themenvielfalt und dem analytischen, intersektionalen Blick von Simoné Goldschmidt-Lechner, der nie zu trocken ist, sondern dem man die Liebe zum Nerdtum anmerkt. Und selbstverständlich habe ich seit der Lektüre einen ganz wunderbaren Ohrwurm vom Sailor Moon-Intro. Sag das Zauberwort!
»Wachs« von Christine Wunnicke.
Für Christine Wunnicke habe ich einen besonderen Platz in meinem Leseherz, bisher habe ich »Der Fuchs und Dr. Shimamura« und »Missouri« von ihr gelesen und beide Bücher sehr gemocht. »Wachs« ist nun wohl mein neues Lieblingsbuch der Autorin, mit einer ganz fantastisch-wilden Geschichte um zwei Frauen, die im Paris des 18. Jahrhunderts ihren Lieblingsaktivitäten nachgehen: Pflanzen zeichnen und Leichen aufschneiden. Der Stil ist wie immer wunnicke-eigenwillig, aber das mag ich wirklich sehr, sehr gerne!
»Sonnenhang« von Kathrin Weßling.
Ein weiterer Platz in meinem Leseherz geht an Kathrin Weßling, der ich seit vielen, vielen Jahren mit Freude im Internet folge und deren Bücher mich immer wieder an unterschiedlichen Stellen im Leben abholen. Die Protagonistin im neuesten Buch ist älter und ein wenig erwachsener geworden, aber was heißt schon erwachsen? Um die Leerstelle in ihrem Leben zu füllen, arbeitet sie ehrenamtlich in einer Seniorenresidenz, und wird dort mehr aufgerüttelt, als man das vielleicht annehmen kann. Wie gewohnt eine gute Lektüre für mein Herz.
»Zuschauen und Winken« von Mercedes Lauenstein.
Zum neuen Buch von Mercedes Lauenstein habe ich bereits bei Instagram einen kleinen Liebesbrief geschrieben, weil mir dieses Buch wirklich sehr gutgetan hat und mich aus meiner derzeitigen Leseflaute ein wenig herausholen konnte. Deswegen nur ein Selbstzitat: »Zuschauen und Winken« legt sich wie eine Wolldecke auf der Couch über einen, vielleicht ist es auch mal etwas zu warm und nah, aber trotzdem fühlt es sich sicher an und dieses Gefühl hat mir beim Lesen in der letzten Zeit oft gefehlt.
»Radikale Zärtlichkeit« von Şeyda Kurt.
Endlich hab ich auch dieses gute Sachbuch über Liebe und Beziehungsformen gelesen und mochte die vielen klugen Gedanken von Şeyda Kurt wirklich gerne. Demnächst möchte ich auf jeden Fall auch noch ihr Buch »Hass« lesen.
»Zu anders für die Macht?« herausgegeben von Tannaz Falaknaz, Stefanie Lohaus und Cécile Weidhofer.
Das Buch versammelt ganz unterschiedliche Frauen, die politisch tätig sind und befragt sie nach ihren Geschichten, Erfolgen, Problemen. Die Vielfalt, aber auch die sehr ähnlichen Fallstricke fand ich hier besonders interessant, ich hätte mir teilweise aber etwas mehr Informationen zu den einzelnen Frauen gewünscht, beispielsweise eine klare Benennung der jeweiligen Parteizugehörigkeit, die doch oftmals sehr entscheidend für die Einordnung der Positionen ist.